SPOTLIGHT: KI / AI

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Künstliche Intelligenz (KI / AI) ist in aller Munde. Es wird bereits viel darüber gesprochen, wie es die Arbeitswelt der Zukunft verändert und die Forderung nach einem Grundeinkommen – weil eine Vielzahl von Berufen sich ändert oder wegbricht – ist ganz sicher keine schlechte Idee.

Aber in den Horizont der Musikbranche ist das Thema – zumindest in unseren Breitengraden – bislang kaum vorgedrungen. Merkwürdig, weil gerade im Musikbusiness diverse Berufsfelder sehr anfällig für Angriffe disruptiver Technologien scheinen. Nachvollziehbar, weil der Durchbruch in die Königsklasse des menschlichen Gehirns: “kreative Denkleistung” nach herkömmlicher Denke für Maschinen noch weit entfernt ist.

Scheint uns nicht so. Nehmen wir zum Beispiel Boomy, den “magic instant music robot”. Dieser kann – mit ein bisschen Input – stetig lernend und besser werdend Musik komponieren für diverse Genres. Das ganze ist gerade in der Beta-Phase, funktioniert nach eigenen Tests aber schon wirklich vielversprechend. 19$ sollen dann die vollen kommerziellen Nutzungsrechte an einem Track kosten. Boomy sagt: “Right now, it takes between 5 and 25 seconds to generate a song; we`re working on getting this to under 5 seconds.Alles klar. Aber schon noch mastern. Aber schon auch mit KI. Dann gleich auch noch schnell Artwork mit KI erstellen, Artist Namen Generator angeschmissen und ab damit an den Digitalvertrieb verbunden mit der Frage ob, es ein Limit an hochladbaren Singles pro Woche gibt. Problem erkannt?

Boomy sind nicht die Einzigen: Startups wie Amper Music und Jukedeck oder Aiva bauen auf ähnliche Businessmodelle und technische Möglichkeiten. Da über Google, Facebook, Sony, IBM, Spotify und Co. auch alle großen Player in der Szene investiert sind oder eigene Projekte gelauncht haben, ist davon auszugehen, dass zumindest Genres, die von Loops, Elektronik und wenig Komplexität leben (also fast alle Spielarten elektronischer Musik, (Instrumental) HipHop, funktionale Hintergrund-Musik, etc.) schneller geflutet werden, als man sich umschauen kann und dass Spotify dann nicht mehr so viel (teure) Musik von Menschen für die eigenen Playlisten braucht, ist auch klar.

Gestern war A&R ja ein angesehener Beruf, heute weiß immer noch keiner, was die eigentlich genau machen den ganzen Tag und morgen ist dann Big Data die Antwort. Next Big Sound beispielsweise ist ein nettes Werkzeug, um die eigenen Kanäle zu scannen und mit anderen Künstlern zu vergleichen – wir gehen in den Tools auch näher darauf ein. Für die, die es sich leisten können, ist die Technik aber auch dazu in der Lage, Trends vorherzusagen, Artists und Releases, die kurz vor dem Hype stehen, passgenau zu identifizieren und viele Dinge mehr. Next Big Sound sagt selbst: “We believe in the power of data to transform the music industry.” Ja, glauben wir auch dran. (Leider.)

Spannende Insights zum Thema gibt es bei den – sehr oft sehr lesenswerten – Kollegen von Music Ally. Wir empfehlen diesen Report und diesen Artikel.

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